Mobiles Erinnern
Orte & Zeichen
Erinnerungsort, Künstler:in
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Erinnerungsort, Künstler:in
Der österreichischen Künstler Christian Gmeiner führte in den Jahren 2004 bis 2009 gemeinsam mit namhaften jüdischen Zeitzeug:innen, ungarischen und österreichischen Historiker:innen und der österreichischen Botschaft in Budapest die Gedenkveranstaltung "Mobiles Erinnern" durch, um das Grauen der Todesmärsche 1944/45 ungarisch-jüdischer Zwangsarbeiter in Erinnerung zu rufen und daraus zu lernen. Für dieses transnationale Erinnerungsprojekt in Ungarn und Österreich schuf Gmeiner eine Skulptur, die in während des Projekts von Ort zu Ort "wanderte". Die Stationen von "Mobilen Erinnern - Gedenken 60 Jahre danach" waren in Ungarn die drei Städte Budapest, Köszeg und Sopron, im Burgenland die Orte Eberau, Eisenstadt, Litzelsdorf, Loretto, Markt Allhau, Markt Neuhodis, Moschendorf, Oberwart, Rechnitz, St. Margarethen, Siegendorf, Stotzing und Wolfau, in der Steiermark die Gemeinden Fürstenfeld, Gleisdorf, Gnas, Gratkorn (Eggenfeld), Graz, Hartberg, Klöch, Präbichl und St. Anna am Aigen, in Wien die Roßauer Kaserne, in Niederösterreich die Orte Bruck an der Leitha, Deutsch-Altenburg, Göstling, Oberlanzendorf, Strasshof, Weißenbach an der Triesting und schließlich in Oberösterreich die Orte Ansfelden (Haid), Ebensee, Enns, Großraming, Gunskirchen, Kirchdorf und der Abschluss in Mauthausen.
„Mobiles Erinnern“ startete am 26. März 2004 im Holocaustmuseum in Budapest. Die Skulptur, eine 4x1 Meter große Stahl-Grundplatte, die zwei 2 Meter hohe Dreiecke aus gelbem Stoff trägt, wurde genau 60 Jahre nach den Todesmärschen von der österreichisch-ungarischen Grenze bzw. aus Ungarn in mehreren Stationen durch das Gebiet, in dem Massaker an Juden verübt wurden, transportiert. Begleitende Informationsmaterialien informierten die Bevölkerung über Ziel und Inhalt des Projektes. Während des "Mobilen Erinnerns" wurde ein Videofilm aufgenommen, der das Projekt dokumentiert. Der Inhalt spürt möglichen Verbindung zwischen Gestern und Heute auf, zwischen den österreichischen Regionen und den ungarischen Nachbarn, zwischen Jung und Alt, zwischen Vergessen und Erinnern.
Dokumentation "Mobiles Erinnern" (32seitige Broschüre, pdf)
Projektvorstellung bei der NÖ Kulturvernetzung
Website des Künstlers Christian Gmeiner
Österreichisches Kulturforum Budapest (dokumentierte das Projekt)
Hinweis: Der Friedensatlas ist kein Verzeichnis der Opfer und Täter, dafür gibt es in Österreich eine umfangreiche Erinnerungskultur und etablierte Institutionen wie das DÖW. Hier steht die Idee dieses außergewöhnlichen Gedenkprojektes und die Initiatoren im Mittelpunkt, die mit ihrer Initiative das vergangene Grauen als Mahnung für Heute gestalteten.
Historisches: 20 bis 25 Tausend ungarische Juden befanden sich vor Kriegsende im Bereich des heutigen Österreich, waren in Arbeitslagern untergebracht oder wurden quer durch das Gebiet unter anderem auch in die Konzentrationslager Mauthausen, Ebensee und weiter nach Gunskirchen transportiert. Sie hinterließen viele Spuren, die heute auf den ersten Blick nicht mehr sichtbar sind: aufgelassene Lagerbaracken oder Gräber zählen ebenso dazu wie Erinnerungen und Erzählungen, die teilweise dokumentiert sind.
Themen/Gruppen: Orte & Zeichen, Erinnerungsort, Künstler:in
Adresse: 3507 Krems/Donau, Missongasse 47 (Wohnort Christian Gmeiner)