Jean Ziegler
Soziales & Demokratie
Menschenrechtsaktivist:innen, Widerstand
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Menschenrechtsaktivist:innen, Widerstand
Jean Ziegler (1934 - 2026), Schweizer Soziologe, Politiker, Autor und Aktivist, war von 2000 bis 2008 UNO-UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Bei seinen Besuchen in Wien ergriff er u.a. 2009 bei der Besetzung des Audimax der Universität - Protestaktion "Uni brennt" - Partei für die Anliegen der Studtent:innen und im Dezember 2012 für die Besetzung der Votivkirche durch Asylanten.
Ziegler war auch mit Che Guevara befreundet und vermittelte 1970 einen Kontakt zwischen der PLO und dem Schweizer Außenminister. In seinen Büchern kritisierte er mehrfach die historische Rolle der Schweiz, u.a. wegen ihres Verhaltens in der Zeit des Nationalsozialismus. Er warf den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen jener Jahre vor, durch den Waren- und Kapitalverkehr mit dem Deutschen Reich über Geldwäsche und Handel mit Gold den Zweiten Weltkrieg verlängert zu haben.
Ziegler war entschiedener Gegner des globalisierten Kapitalismus. In einem Interview bescheinigte er "den 500 größten transnationalen Konzernen" zwar eine "unglaubliche Produktivkraft", aber sie funktionierten nur nach einem Prinzip, "der Profitmaximierung, in kürzester Zeit, zu jedem menschlichen Preis." Multinationalen Konzernen warf er vor, jede Verantwortung für Menschenrechte oder Umweltschutz abzulehnen, und so wesentlich für den Welthunger mitverantwortlich zu sein. Konzerne übten auch beträchtlichen Einfluss auf die Politik aus und bedrohten damit die Demokratie. Ziegler bezeichnete Hungertod als Mord.
Nachruf auf Jean Ziegler von Andreas Brehm bei ATTAC (mit Video)
Video Jean Ziegler am 24.11.2009 bei Uni brennt
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Themen/Gruppen: Soziales & Demokratie, Menschenrechtsaktivist:innen, Widerstand
Adresse: Wien 9, Straße des Achten Mai / Votivkirche